Auf Druck der EU musste die deutsche Bundesregierung die 2014 beschlossene Verbraucherschutzrichtlinie umsetzen. Schon zuvor war man in Deutschland vorgeprescht und hatte ein 14-tägiges Widerrufsrecht für Online-Geschäfte geschaffen – oder genauer beim Fernabsatz, weil auch Kataloge darunter zählen. Die Verbraucherschutzrichtlinie geht aber noch weiter und hat aus den bislang geltenden Vorschriften für Haustürgeschäfte diejenigen für Geschäfte, die außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen werden, gemacht. Damit ist nicht nur der Vertreter, der an der Haustür einen neuen Ökostromtarif verkaufen will betroffen, sondern auch solche, die Sie auf der Straße zum Beispiel in der Fußgängerzone oder gar am Arbeitsplatz ansprechen eingeschlossen.Es gibt ein paar Ausnahmen, zum Beispiel in Grundstücksgeschäft oder eine Personenbeförderung sowie medizinische Dienstleistungen – eine Ambulanz kann schlecht ein Widerrufsrecht anbieten, ebenso wenig ein Taxifahrer.

Wichtig ist auch, dass Unternehmen verpflichtet sind, den Kunden bei solchen Geschäften umfassend zu informieren. Welchen Umfang diese Informationen haben ist im Gesetz genau festgelegt. Ist das nicht der Fall, und kann das nachgewiesen werden, dann hat der Verkäufer gegen des Gesetz verstoßen und es gibt ein außerordentliches Widerrufsrecht. Aber selbst wenn alle Informationen gegen werden hat man bei dieser Art der Geschäfte das Recht, ohne Angaben von Gründen der Vertrag innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen. Die Frist gilt übrigens, wenn der Kauf komplett abgeschlossen ist – wer zum Beispiel eine dreiteiligen Fotoband kauft, kann noch bis 14 Tage nach Erhalt des letzten Exemplars widerrufen. Es versteht sich von selbst, dass die Ware im Originalzustand und ohne Beschädigungen zurückgesandt werden muss. Die Kosten muss der Verbraucher tragen, allerdings muss er Verkäufer ihn darauf auch hinweisen. Viele Firmen übernehmen aber von sich aus die Kosten, um einen Service für die Kunden zu bieten.

Bei Internetbestellungen, vor allem bei Downloads, gibt es eine neue Regelung: Führt der Druck auf einen Button zu einer kostenpflichtigen Bestellung oder Download, muss der Button mit “zahlungspflichtig bestellen” beschriftet sein. ansonsten ist der Vertrag unwirksam.