Auch wenn die Verbraucher sich natürlich darüber freuen, dass es Organisationen gibt, die ihre Rechte schützen, so gibt es auch Kritik am Verbraucherschutz und den ihn überwachenden Organisationen. Die eher grundsätzliche Kritik richtet sich an die Vertragsfreiheit. In der freien Wirtschaft wird davon ausgegangen, dass der Verbraucher mündig genug ist, eine freie und wissentliche Entscheidung zu treffen. Ebenso wird vorausgesetzt, dass sich der Anbieter von Produkten und Dienstleistungen den Gesetzen entsprechend verhalten.

Gerade wirtschaftsliberale Politiker und Wissenschaftler fordern immer weniger Eingriffe in den freien Markt. Der US-Forschere Milton Friedman behauptet zum Beispiel, dass zu strenge Vorschriften bei der Zulassung von Arzneimitteln deren Entwicklung unnötig einschränken und verzögern würden. Aus England kommen Einwände, dass zu viel Schutz die Verbraucher immer nachlässiger machen würde und sie nicht mehr auf sich selbst aufpassen.

Das Verbraucherrecht ist dabei kein einzelnes Gesetz , so dass es verschiedenen Anwendungen gibt, die auch unterschiedlich bewertet werden. Recht unstrittig ist die Aufdeckung von offensichtliche Fehlern in Produkten, wie zum Beispiel beim Elchtest, aber auch bei Lebensmittelskandalen oder bei Medikamentenskandalen. Streit kommt oft auf, wenn es um eher kleine Formalien geht, wie die Erhebung von Gebühren durch Banken oder die Kennzeichnung von bestimmten Stoffen.

Es ist dabei auch nicht einfach, Verbraucherrecht zu bekommen. Bei unerlaubten Werbeanrufen zum Beispiel ist der entstandene Schaden sehr gering und der Nachweis schwierig. Deswegen werden solche Verstöße selten verfolgt. Auch wollen Verbraucher nicht wegen solcher Kleinigkeiten vor Gericht ziehen, oft aus Kostengründen.

Und schließlich wird Verbraucherschutzorganisationen oft vorgeworfen, Verstöße aufzubauschen um selbst Vorteile daraus zu ziehen, und sei es nur sich noch bekannter zu machen und Spenden zu bekommen. Gerade der Gang an die Öffentlichkeit wird immer wieder von Unternehmen bemängelt, die verständlicherweise lieber eine stille Einigung herbeiführen würden.

Während die deutsche Bundesregierung eine meist abwartende Haltung hat werden viele Forderungen auf EU-Eben durchgesetzt, was wiederum in den Nationalstaaten oft als unnötiger Eingriff gesehen wird.