Wenn man eine Versicherung abschließt dann sollte man immer das Kleingedruckte lesen. Aber wer macht das schon? Und selbst wenn, dann ist die Frage, ob wir das überhaupt verstehen können, was das so klein wie möglich aufgeschrieben ist. Damit die Texte zumindest rechtlich in Ordnung sind und vielleicht in Zukunft auch verständlicher sind gibt es den Bund der Versicherten (BdV). Er ist auch Mitglied im Bundesverband Verbraucherzentralen und das sagt auch schon die Zielrichtung aus. Man will die Interessen der 50.000 Mitglieder, aber auch der Öffentlichkeit überhaupt in Fragen des Versicherungsrechts vertreten. Der Bund ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein und ist 1982 in Hamburg gegründet worden.

Ziel des Vereins ist sowohl die Information der Versicherten als auch die Beseitigung von Missständen im Versicherungswesen. Um das auch umsetzen zu können ist der Bund der Versicherten eine qualifizierte Einrichtung gemäß § 4 des Unterlassungsklagengesetzes des Bundes. Damit ist es ihm möglich auch Musterprozesse zu führen und damit geltendes Recht einzufordern, wie die Vergangenheit immer wieder gezeigt hat.

Ein großes Arbeitsgebiet sind die kapitalbildenden Lebensversicherungen, die immer wieder zu Beschwerden führen und die Rechtsexperten des Bundes auf den Plan rufen. Die Organisation vertritt dabei die Auffassung, dass es besser ist, Kapital und Risiko voneinander zu trennen und berät Mitglieder auch dahingehend. Im Zusammenhang mit diesem Thema gab es auch Auseinandersetzungen mit Versicherungsunternehmen, vor allem juristischer Art. Die Aussagen des Bundes gegen diese Lebensversicherungen wurden aber als Meinungsäußerung gewertet. Die nachhaltige Kritik führte am Ende auch dazu, dass es zu Neuregelungen im Versicherungsgesetz kam.

Im Rahmen seiner Öffentlichkeitsarbeit verleiht der Bund auch einen “Preis” für das schlechteste Versicherungsprodukt des Jahres. Erster Preisträger war die Allianz-Versicherung gewesen. Es ging um ein Versicherungspaket für Heimspiele des FC Bayern, mit Unfallschutz und Ticketerstattung bei Verspätung, das als Ergänzung zu normalen Versicherungen gedacht, vom BdV aber als zu gering ausfallend und unnötig empfunden wurde. Die Allianz hatte der Kritik allerdings widersprochen.